15.02.2010

Fastnachtspredigt 2010


Foto: Gregor Ludwig

Pfarrer: Prolog

Die Fastnacht, die regiert im Land,
der Narr hält's Zepter in der Hand.
Und das ist gut. Ich sag es frei:
Gelobt sei mir die Narretei!
Hier - seht die Eule als Symbol.
Was das bedeutet weiß man wohl:
Die Eule ist im Narrenstaat,
schon stets der Weisheit Prädikat.
Seid also nun nicht irritiert:
Hier wird jetzt Weisheit präsentiert,
es wird manch Bibelwort zitiert,
vom Chor wird dazu musiziert.
So fahren wir nun munter fort,
die Weisheit hat ab jetzt das Wort:

Pastoralreferentin: 1. Szene

Einst lebte König Salomon
in Reichtum, Glanz und Pracht
und saß auf seinem Königsthron
mit großer Herrschermacht.
Und auch des Königs Weisheit war
in aller Welt bekannt:
Und Wohlstand herrschte wunderbar
in seinem ganzen Land.
Die Königin von Saba kam,
um Salomon zu seh'n.
Das Staunen ihr die Sprache nahm,
ihr Mund blieb offen steh'n.
Sie stand vor Salomon's Palast
und ihr war sonnenklar,
dass sie im schönsten Haus zu Gast
auf dieser Erde war.
Ja, Salomon war seinerzeit
der reichste Mann der Welt.
Doch schöner als sein schönstes Kleid
sind Lilien auf dem Feld.
So steht's im Evangelium,
des Glaubens größtem Hort.
D'rum Menschen, hört und seid nicht dumm,
hört hin auf Jesu Wort:

Pfarrer (nach Mt 6,25-30):

In jener Zeit sagte Jesus: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, was ihr essen wollt, noch um euren Leib und darum, was ihr anziehen wollt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib nicht wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen. Euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Was sorgt ihr euch um euere Kleidung? Lernt von den Lilien auf dem Felde. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomon war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

Chor (Melodie: Trink, trink, Brüderlein trink):

Denk, denk, Menschenskind denk:
Was gibt dem Leben den Sinn?
Denk, denk, Menschenskind denk:
Was bringt dir wahren Gewinn?
Meide die Gier und vermeide die Hast,
sonst wird das Leben zur Last.
Liebe das Lachen und mach' mal 'nen Scherz,
das wird erfreuen dein Herz.

Pfarrer: 2. Szene

So mancher hält sich für gerecht
und ziemlich makellos.
Die anderen hält er für schlecht
und ihre Fehler groß.
Und jeder von uns, jeder kennt
so Leute hierzuland.
Die Schrift sie Pharisäer nennt,
wie allgemein bekannt.
Die Freunde Jesu war'n sie nicht
auch das steht in der Schrift.
Und mehr als manchen Bösewicht
sein Wort sie häufig trifft.
Sie haben - klingt das auch nicht nett,
ich sag' es mal salopp -
bisweilen ein ganz dickes Brett
und zwar vor ihrem Kopp.
Und so kommt dann ein Balken gar
ins Auge rein - oh Graus! -
Dann sieht der Blick, wiß Gott, nicht klar
und man sieht nicht gut aus.
So steht's im Evangelium,
des Glaubens größtem Hort.
D'rum, Menschen, hört und seid nicht dumm,
hört hin auf Jesu Wort:

Pastoralreferentin (nach Mt 7,1.3-5):

In jener Zeit sprach Jesus: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinen eigenen Augen bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! Und dabei steckt in deinem Auge ein Balken. Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders heraus zu ziehen.

Chor (Melodie: Mir sin die Tramps von de Palz):

Siehst du das Brett, Brett, Brett vor deim Kopp?
Drum bist du immer, immer noch ein Flop.
Mach weg das Brett, Brett, Brett von deim Kopp,
und dann bist du endlich topp!

Pastoralreferentin: 3. Szene

Es dreht sich halt in dieser Welt,
und zwar von aters her,
es dreht sich alles um das Geld,
je länger desto mehr.
Es spart ein jeder, wo er kann,
am liebsten Steuern ein.
Und so muss es auch dann und wann
die Kirchensteuer sein.
Dabei - die Schrift sagt es uns klar
und sie verschweigt es nicht -
auch schon zu Jesu Zeiten war
die Tempelsteuer Pflicht.
D'rum sehe es ein jeder ein,
da hilft kein Klaggeschrei,
die Steuern müssen leider sein,
und wir sind stets dabei.
Und ist das Geld einmal ganz knapp,
dann sei nicht ärgerlich,
dann geh' an einen See hinab
und fange einen Fisch.
Fang' einen Fisch, das ist ein Trick,
den Jesus uns gelehrt,
ein Trick, der finanziell das Glück
im Nu auch dir beschert,
So steht's im Evangelium,
des Glaubens größtem Hort.
D'rum, Menschen, hört und seid nicht dumm,
hört hin auf Jesu Wort:

Pfarrer (nach Mt 17,24-27):

Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Tempelsteuer nicht? Er antwortete: Doch. Als er dann ins Haus ging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Steuern? Von ihren eigenenSöhnen , oder von anderen Leuten? Petrus antwortete: Von den anderen Leuten. Da sagte Jesus: So ist es. Also sind die Söhne steuerfrei. Damit wir aber bei niemand Anstoß erregen, gehe an den See und wirf die Angel aus. Den ersten Fisch, den du herausholst, nimm und öffne ihm das Maul. Darin wirst du eine Münze finden im Wert von vier Drachmen. Das gib den Männern als Steuer für dich und für mich.

Chor (Melodie: Wer soll das bezahlen):

Wer soll das bezahlen, wo kommt her das Geld?
Fang' dir einen Fisch, der Geld in seinem Maule hält!

Pfarrer: 4. Szene

So mancher denkt: Ich bin nichts wert,
ich kriege garnichts hin.
Dass ihm Talente sind beschert,
kommt ihm nicht in den Sinn.
So mancher denkt: Man mag mich nicht
und keiner hat mich gern.
Erübersieht sein eig'nes Licht
und seinen eig'nen Stern.
So mancher denkt: Ich bin allein,
mit mir geht keiner mit.
Dabei will einer bei ihm sein
bei jedem Schritt und Tritt.
So sagte es schon der Psalmist,
hört auf sein Wort nun hin.
Er sagt uns, was die Wahrheit ist,
die uns stärkt Herz und Sinn:

Pastoralreferentin (nach Ps 139,1.2.3.5.6.14):

Der Psalmist spricht: Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt. Du bist vertraut mit all meinen Wegen. Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Staunenswert sind deine Werke.

Chor (Melodie: Am Rosenmontag bin ich geboren):

Mit roten Rosen bin ich geboren,
mit roten Rosen und Sonnenschein.

Zu Glück und Frohsinn bin ich erkoren,
drum darf ich froh gelaunt nicht nur an Fastnacht sein,
drum darf ich froh gelaunt nicht nur an Fastnacht sein.

Pastoralreferentin: 5. Szene

Im Leben läuft nicht alles glatt,
so war's zu aller Zeit.
Was es dir auch zu bieten hat,
zu allem sei bereit.
Was immer auch passiert: denk' d'ran:
es kann dir nichts passier'n.
Der Herrgott geht mit dir und kann
dich nimmermehr verlier'n.


Pfarrer (Melodie: Heile, heile Gänsje) solo:

Es geht bei allen Menschen und bei jedem Lebenslauf
halt immer wieder mal bergsb und wieder mal bergauf.
Doch wenn du fest im Glauben stehst, dann hast du immer Kraft
und dankbar sagst von mal zu mal du dann: es ist geschafft.
Und wenn dir Gutes so geschieht,
dann singst du dieses alte Lied:

Refrain:

Heile Menschenskinder, es wird schon wieder gut,
heile Menschenskinder, verliere nie den Mut.
Denk' immer d'ran: Gut Ding braucht Weil,
am Ende da wird alles heil.

(Refrain wird von Gemeinde und Chor wiederholt)

Pfarrer Harald Seredzun

 

 

 

 

 


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus