23.02.2009

Fastnachtspredigt 2009


Die Predigt heut' zur Fastnachtszeit,
die sei dem Mainzer Dom geweiht.
Der Mainzer Dom so wunderbar
steht dieses Jahr seit 1000 Jahr.
Drum auch dem Bischof man gedenkt,
der uns den Dom dereinst geschenkt.
Der Bischof, ich geb's euch bekannt,
der wurde Willigis genannt.

Ja, das war eine and're Zeit,
da gab es nicht Parteienstreit,
die Qual der Wahl war unbekannt,
der Kaiser herrschte über's Land.
Und deutscher Kaiser, seid gewiss,
das war der Bischof Willigis.
Und Mainz in voller Pracht erschien,
kein Mensch sprach damals von Berlin.
Mainz - das versteht man nun sogleich -
war Mittelpunkt im deutschen Reich.

Und heut' ist Mainz - 's tut manchem Leid -
nur Mittelpunkt zur Fastnachtszeit.
Ich weiß, es ist von mir ein Spleen,
ich bin für Mainz statt für Berlin,
dann hätt', so stell ich mir das vor,
auch die Regierung mehr Humor.

Und ich ging doppelt gern zur Wahl,
wär' Kanzler unser Kardinal,
ein Mann mit viel Humor im Blut,
das täte allen Menschen gut.
Ein guter Hirte, der regiert,
ein Dom, der alles dominiert,
ein Mann, der gute Taten wirkt,
ein Gotteshaus, das alle birgt.

Zum Ruhm des Domes singt uns vor,
ein Mainzer Lied nun unser Chor:

Chor (Melodie: In Mainz am schönen Rhein):

In Mainz am schönen Rhein,
da steht unser Dom wunderbar
und schaut ins Land hinein,
und das nun schon seit tausend Jahr.
Sind auch die Mauern alt,
ganz jung unser Lied doch erschallt.
Hier bist du Mensch, hier darfst du's sein,
d'rum stimm ins Lob des Schöpfers ein,
im Hause Gottes zuhause zu sein,
der Dom lädt dazu ein.

Im Dom wie überall im Land
sind Männerstimmen dominant.
Obschon der Mainzer Kardinal
mehr Gleichberechtigung empfahl.
Und immerhin, am heil'gen Ort
ergriff schon manche Frau das Wort.
Auch wird in Mainz, was imponiert,
das Bistum weiblich mitregiert.
Denn eine Frau besten Formats
ist Chefin eines Dezernats.

Stehst du im Dom, mit Andacht schau
auf's Standbild 'Unsrer Lieben Frau'.
Im Dom die herrlichste Figur
kann sein die Gottesmutter nur.
Und - typisch Mainz - das, was man liebt,
mit liebem Namen man umgibt:
Das Volk nennt sie nach Mainzer Sinn
einfach: Die schöne Mainzerin
und glaubt, dass ihr das Freude macht
und sie im Himmel d'rüber lacht.

Auch gibt's im Dom den gold'nen Schrein
mit Mainzer Heil'gen im Verein,
bei dem stets hoch verehret ward
die weltberühmte Hildegard.
In Mainz war es halt lang bekannt:
Es läuft nicht ohne Frau im Land.

Das weiß man, wie könnt's anders sein
inzwischen auch in Kranichstein.
Und auch in Messel mit Verstand
hat man das längst schon klar erkannt.
Es wirkt halt neben mancher Frau
so mancher Mann betagt und grau.

Und deshalb trägt ein Lob nun vor
den Frauen singend unser Chor:

Chor (Melodie: Kornblumenblau):

Zum Lob der Frau
singt man gerne in Mainz frohe Lieder.
Man weiß genau:
Uns're Frauen braucht Mann immer wieder.
Auf ihre Treue, da kann man bau'n.
D'rum singt man rund um den Dom
zum Lobe der Frau'n.

Mit tausend Jahr ist unser Dom
viel älter als der Dom in Rom.
Und es ist wahr, nur kaum bekannt:
Mainz wird auch Heil'ger Stuhl genannt.
Der Bischofssitz im Mainzer Dom
heißt so wie der vom Papst in Rom,
was allen Mainzern gut gefällt,
ist's doch einmalig auf der Welt.

Wenn Mainzern man die Frage stellt,
ob er sich immer an das hält,
was ihn der Papst in Rom gelehrt,
dann lächelt er ganz unbeschwert,
und seine Antwort bleibt ganz cool:
Wir folgen stets dem Heil'gen Stuhl.

Was tausend Jahre hat Bestand
ist für das Leben ein Garant.
So vieles kommt, so vieles geht,
der Mainzer Dom, der steht und steht,
ist für den Glauben ein Symbol,
für unser wahres Heil ein Wohl.

Der Kardinal lenkt mit Geschick
die Kirche und hat auch im Blick,
was uns'rer Zeit vonnöten ist,
denn zeitgemäß muss sein ein Christ.
Er muss erkennen, was die Welt
im Innersten zusammen hält.

Wer schaut auf Bischof Lehmann's Licht,
der braucht die Lehman-Brothers nicht.
Denn wo der Dom zum Himmel ragt,
da ist der Mammon nicht gefragt.
Er weiß: Des Menschen wahrer Hort,
das ist der Frohen Botschaft Wort.
Das Wort der Liebe hält uns warm
und nimmt uns herzlich in den Arm.
Das ist die Mainzer Glaubensart,
die Liebe und Humor bewahrt.

Mit Bass und Alt, Sopran, Tenor
besingt den Dom nochmal der Chor:

Chor (Melodie: So ein Tag):

So ein Dom, so wunderschön erbauet,
tausend Jahre kann er übersteh'n.
Und wer fromm auf seine Türme schauet,
lässt den Blick von dort zum Himmel geh'n.
Schnell vergeht, was Menschen sich bereiten,
Menschenwerke im Wind verweh'n.
Gottes Haus, das übersteht die Zeiten,
Gottes Wort bleibt ewiglich besteh'n.

Pfarrer Harald Seredzun

 

 


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus