07.03.2011

Fastnachtspredigt 2011


Foto: Karl-Ernst Brück

Prolog

Pastoralreferentin:

Am Fastnachtsonntag feiern wir
auch wieder in der Kirche hier.
Das ist seit vielen Jahren schon
in St. Jakobus Tradition.
Der Glaube wird heut' so verkündet,
dass er sich mit Humor verbündet.

Pfarrer:

Das Bild der Eule schaut euch an:
Jetzt ist die Narrenweisheit dran.
Die Eule - das bedenket wohl -
ist für die Weisheit ein Symbol.
Es möge niemand irritieren:
Heut' soll sie diesen Ambo zieren.

1. Thema

Pastoralreferentin:

Ein Thema lockt seit alters her
die Narren immer wieder sehr.
Und jeder, der gern Witze macht,
weiss, dass man viel darüber lacht.
Auch Spöttern gibt das Thema Futter -
es ist das Thema Schwiegermutter.

Pfarrer:

Kommt Schwiegermutter in das Haus,
bricht alles gleich in Jubel aus.
Es freut sich, wer sich freuen kann.
Es freut sich jeder Ehemann.
Das Glück ist kaum noch zu beschreiben,
will Schwiegermutter lange bleiben.

Pastoralreferentin:

Dem Schwiegersohn gibt's neue Kraft.
Er arbeitet und schafft und schafft
von morgens früh bis abends spät.
Wie gern er aus dem Hause geht!
Er macht - ich sag es unumwunden -
für Schwiegermutter Überstunden.

Pfarrer:

Schon in der Bibel war das so:
Wie war der gute Petrus froh,
als er vernahm des Herren Wort -
schwupps war er von zu Hause fort.
Und weil er voller Eifer brannte,
zog wochenlang er durch die Lande.

Pastoralreferentin:

Doch ab und zu zog's ihn zurück.
Die Schwiegermutter - was ein Glück! -
war immer da und dienstbereit,
umsorgte ihn die ganze Zeit.
Und das ist alles nicht erdichtet.
Hört, was die Bibel uns berichtet:

Pfarrer: (Mt 4,18.19.23 und Mk 1,29-31)

In jener Zeit sah Jesus zwei Brüder, Petrus und Andreas. Er rief sie, und sie folgten ihm sofort. Sie zogen in ganz Galiläa umher. Eines Tages ging Jesus "zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des (Simon) Petrus. ... Die Schwiegermutter des (Simon) Petrus lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie".

1. "Närrisches Responsorium"
Mel: Horch, was kommt von draußen rein?

Horch, was kommt von draußen rein?
Öffnet ihr
schnell die Tür!
Es wird Schwiegermutter sein,
öffnet ihr die Tür!
Sie soll gerne bei uns sein,
singen wir
alle hier!
Sie soll gerne bei uns sein,
singen wir all' hier!

Schwiegermutter hat viel Zeit.
Öffnet ihr
schnell die Tür!
Sie ist immer hilfsbereit,
öffnet ihr die Tür!
Sie soll gerne bei uns sein,
singen wir
alle hier!
Sie soll gerne bei uns sein,
singen wir all' hier!

2. Thema

Pfarrer:

So mancher ist sehr gerne groß
und legt gleich immer richtig los.
Er muss tagaus und muss tagein,
halt überall der Erste sein.
Bewundert will er sein von allen.
Ja, daran findet er Gefallen.

Pastoralreferentin:

Er will ganz schnell ganz hoch hinaus,
trickst dafür auch mal And're aus.
Er ist der King, er ist der Held,
er sucht Applaus in aller Welt.
Doch - wer der King sein will von allen,
der kann auch einmal ganz schön fallen.

Pfarrer:

Das ist nicht neu, 's war immer so.
Und - King zu sein, macht garnicht froh.
Sich brüsten, das hat nicht viel Sinn,
das ist auf Dauer kein Gewinn.
Und schon die Bibel will uns zeigen:
Wer wahrhaft groß ist, kann sich neigen.

Pastoralreferentin: (Mk 9,33-35)

In jener Zeit kam Jesus und die Apostel "nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr (eigentlich) unterwegs (so eifrig) gesprochen? Sie schwiegen (betreten), denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein".

2. "Närrisches Responsorium"
Mel: Anton aus Tirol

Ich bin so groß, ich bin nicht klein,
ich bin der King von Kranichstein.
Um den Tag mir zu versüßen,
liegen alle mir zu Füßen.
Ja, ich sing,
ich bin nun mal der King.
Ich bin so groß, ich bin nicht klein,
ich bin der King von Kranichstein.
Alle wollen mich verehren,
warum sollte ich mich wehren?
Ja, ich bin nun mal der King.

Ich bin so groß, ich bin nicht klein,
ich bin der King von Kranichstein.
Alles tanzt nach meiner Pfeife,
wenn ich nach den Sternen greife.
Ja, ich sing,
ich bin nun mal der King.

(ab hier wird ganz langsam gesungen)
Doch langsam seh' auch ich es ein:
Ich kann nur dann ein Großer sein,
wenn ich so mit heit'rer Miene
einmal And'ren gerne diene,
dann kann ich ein Großer sein.

3. Thema

Pfarrer:

Es ist im Grunde einzuseh'n:
Zu seinem Worte soll man steh'n.
Und überall an jedem Ort,
da gilt der Spruch: Ein Mann ein Wort.
Doch manchmal macht der Mann nur Sprüche
und schlägt sich seitwärts in die Büsche.

Pastoralreferentin:

Die Tugend heißt: Verlässlichkeit,
ein hohes Gut zu aller Zeit.
Denn dauernd Hü und dauernd Hott
gefällt auch nicht dem lieben Gott.
Darum bedenkt es stets aufs Neue:
Es gilt Verlässlichkeit und Treue.

Pfarrer:

Wenn du's nicht raffst, dann ist es schad'.
Du bleibst ein Wackelkandidat.
Man braucht jedoch zu jeder Zeit
die Kerle mit Entschiedenheit.
Und alles And're ist vom Bösen,
das kann man in der Bibel lesen:

Pastoralreferentin: (Mt 5,37)

In jener Zeit sprach Jesus: "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles andre stammt vom Bösen".

3. "Närrisches Responsorium"
Mel: Du kannst nicht treu sein

Ja, du kannst treu sein, ja, ja, das kannst auch du.
Und wenn du ja sagst, ja, dann stehe dazu.
Ein Ja soll Ja sein, ein Nein soll sein ein Nein,
dann können wir bestimmt die besten Freunde sein.

Das Wort soll gelten, dann kann man darauf bau'n,
dann können wir uns immer wieder vertrau'n.
Ein Ja soll Ja sein, ein Nein soll sein ein Nein,
dann können wir bestimmt die besten Freunde sein.

4. Thema

Pastoralreferentin:

Es dreht sich halt in uns'rer Welt
so vieles um das liebe Geld.
Und häufig sieht man dort und hier:
Der Mammon herrscht, es herrscht die Gier.
Und mancher lebt nur, um zu schaffen
und um zu raffen und zu raffen.

Pfarrer:

Das Spiel heißt: Wer wird Millionär?
Es ist sehr hart und oft nicht fair.
Man reizt es bis zum Letzten aus.
Man zockt auf Teufel komm heraus.
Warum nur - ja, das weiß der Henker! -
reimt sich der Vers zum Schluss auf - Bänker.

Pastoralreferentin:

Doch der Beweis ist längst erbracht,
dass uns viel Geld nicht glücklich macht.
Statt Reichtum reicht doch, wenn es reicht,
das macht das Leben froh und leicht.
Reich machen uns ganz and're Schätze:
Da sagt die Bibel klare Sätze.

Pfarrer: (Mt 6,19ff)

In jener Zeit sprach Jesus: "Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz".

4. "Närrisches Responsorium"
Mel: Gold und Silber lieb' ich sehr

Gold und Silber liebt man sehr,
jeder kann's gebrauchen.
Mancher möcht' ein ganzes Meer,
sich darein zu tauchen.
Doch bevor ich untergeh'
in der Welt Gewimmel,
bleib ich fröhlich, und ich seh'
nach dem Schatz im Himmel.
Bleib ich fröhlich und ich seh'
nach dem Schatz im Himmel.

Gold und Silber können sehr
wohl uns Diebe rauben.
Doch kein Dieb kann nimmermehr
rauben uns den Glauben.
Weder Wurm noch Motte kann
diesen Schatz zerstören.
Und im Herzen wird er dann
ewig mir gehören.
Und im Herzen wird er dann
ewig mir gehören.

5. Thema

Pfarrer:

So mancher hält sich für gerecht,
die Anderen hält er für schlecht.
Er meint, er sei ganz makellos,
die Fehler And'rer riesengroß.
Da wird verbal ganz schnell gemeuchelt
und kräftig noch dazu geheuchelt.

Pastoralreferentin:

Wer so denkt, ist, weiß Gott, nicht topp.
Er hat ein dickes Brett vorm Kopp.
Statt auf die And'ren los zu geh'n,
sollt' er mal n den Spiegel seh'n.
Und macht ihn das noch nicht gescheiter,
hilft ihm vielleicht die Bibel weiter.

Pfarrer: (Mt 7,1.3.5.)

In jener Zeit sprach Jesus: "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinen eigenen Augen bemerkst du nicht? Du Heuchler! Zieh' zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders heraus zu ziehen".

5. "Närrisches Responsorium"
Mel: Tramps von de Palz

Siehst du das Brett, Brett, Brett vor deim Kopp?
Darum bist du immer, immer nur ein Flop.
Mach weg das Brett, Brett, Brett vor deim Kopp!
Und dann bist du endlich topp.

6. Thema

Pastoralreferentin:

Es ist uns allen wohl bekannt:
Gott gab dem Menschen den Verstand.
Ja, es ist gut, wenn man bedenkt:
Gott hat uns das Gehirn geschenkt.
Und darum soll man es gebrauchen,
auch wenn die Köpfe manchmal rauchen.

Pfarrer:

Doch es begreift der kluge Mann,
dass der Verstand nicht alles kann.
Der Mensch dringt nicht in alles ein,
dafür ist unser Kopf zu klein.
Die Weisheit hilft uns einzusehen:
Man kann nicht alles selbst verstehen.

Pastoralreferentin:

Und deshalb gab uns Gott ein Herz.
Es lenkt das Sinnen himmelwärts.
Kommt der Verstand nicht mehr ganz hin,
dann öffnet uns das Herz den Sinn.
Stößt an die Grenzen unser Denken,
kann uns das Herz den Zugang schenken.

Pfarrer:

D'rum sagen wir es immer neu:
Wir steh'n im Glauben fest und treu.
Und wenn die Weisheit dieser Welt
dereinst in sich zusammenfällt,
steh'n aufrecht, die im Glauben blieben,
wie Paulus es dereinst geschrieben:

Pastoralreferentin: (1Kor 1,19-21)

"Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden. Wo ist ein Weiser? ... Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit dieser Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, (durch die Torheit der Verkündigung) zu retten".

6. "Närrisches Responsorium"
Mel: Es war einmal ein treuer Husar

Lasst uns die Zeit im Glauben besteh'n
und treu die Wege des Glaubens geh'n.
Die Weisheit führt uns immerfort.
Die Weisheit liegt in Gottes Wort.
Die Weisheit führt uns immerfort.
Die Weisheit liegt in Gottes Wort.

Die Weisheit lehrt uns immer Humor.
Kannst du's nicht sehen, bleibst du ein Tor.
Im Dunkel Licht sieht, wer's bedacht.
Die Eulen sehen auch in der Nacht.
Im Dunkel Licht sieht, wer's bedacht.
Die Eulen sehen auch in der Nacht.

7. Thema

Pfarrer:

Ein jeder in der Runde kennt
das Schiff, das sich Gemeinde nennt.
Der Papst ist unser Steuermann,
der Bischof steht mit vorne dran,
der Pfarrer - das ist keine Posse -
der ist da nur ein Leichtmatrose.

Pastoralreferentin:

Und jeder in der Runde hier,
der ist an Bord ein Passagier.
So fährt das Schiff durch uns're Zeit
und gibt uns all' Geborgenheit.
Auch wenn sich hoch die Wellen türmen:
Das Schiff trotzt Wellen und auch Stürmen.

Pfarrer:

So weiß ein jeder Passagier:
Angst ist ganz fehl am Platze hier.
Auch wenn Gott manchmal ferne scheint,
er ist und bleibt mit uns vereint.
Vertrau'n wir ihm und seinen Taten!
Dazu will uns die Bibel raten:

Pastoralreferentin: (Mt 8,23-26)

In jener Zeit stieg Jesus "in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn. Sie riefen: Herr, rette uns ...! Er sagte: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein".

7. "Närrisches Responsorium"
Mel: Geh'n wir mal rüber

Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den stürmischen See!
Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den See!
Kein Sturmgebraus bringt uns in Not,
wir sitzen ja niemals alleine im Boot.
Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den See!

Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den stürmischen See!
Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den See!
Die Wellen schlagen an den Bord,
sie werden gezähmt durch ein einziges Wort.
Fahr'n wir mal über, fahr'n wir mal über,
fahr'n wir mal über den See!

Finale

Pastoralreferentin:

Im Leben läuft nicht alles glatt,
so war's zu jeder Zeit.
Was es dir auch zu bieten hat:
Zu allem sei bereit!
Was immer auch passiert - denk' d'ran:
Es kann dir nichts passier'n!
Der Herrgott geht mit dir und kann
doch niemals dich verlier'n.

Schlusslied Mel: Heile, heile Gänsje

Es geht bei allen Menschen und in jedem Lebenslauf
halt immer wieder mal bergab und wieder mal bergauf.
Doch wenn du fest im Glauben stehst, dann hast du immer Kraft.
Und dankbar sagst du dann von Mal zu Mal: Es ist geschafft.
Wenn so das Gute dir geschieht, dann singst du dieses alte Lied:

(Refrain: Pfarrer singt vor, alle wiederholen)
Heile, Menschenskinder, es wird schon wieder gut.
Auch wir als arme Sünder verlieren nie den Mut.
Wir denken d'ran: Gut Ding braucht Weil,
am Ende, da wird alles heil.

Copyright: Pfarrer Harald Seredzun 04.03.2011


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus