15.02.2020

Zuversicht!

7 Wochen ohne Pessimismus


… so lautet das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche.
Mich macht dieses Motto nachdenklich. Einerseits wirkt es fast ein bisschen paradox in Zeiten von Klimawandel, Brexit, Altersarmut, andererseits ist es vielleicht gerade in diesen Zeiten heilsam, die anstehenden Probleme und Herausforderungen mit Zuversicht anzugehen.
Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass unser Gehirn negative Erfahrungen oder Botschaften besser behält als positive. Umgekehrt ist erwiesen, dass positive Gedanken sich positiv auf unser Immunsystem, unseren Organismus, unser Wohlbefinden auswirken.
Wie ist das eigentlich bei mir? – Wie bei Ihnen? Sind Sie eher Optimist*in oder Pessimist*in? Ist das Glas halb voll oder halb leer? Kommen Sie immer zu kurz oder können Sie selbst einer schwierigen Situation noch etwas Positives abgewinnen?
Eine Idee für eine kleine Übung zur Stärkung der Zuversicht schenkt uns die folgende Geschichte von den Glücksbohnen (Verfasser unbekannt):
Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebte, wenn ihm etwas Freude bereitete oder er einen Glücksmoment empfand, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel, das Kinderlachen, das nette Gespräch mit dem Nachbarn…
Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – selbst wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche fand.
Ich finde diese Idee toll. – Vielleicht möchten Sie es ja mal ausprobieren? Ob Sie Bohnen wählen oder eine andere, für Sie passende Sammelstrategie entwickeln, ist letztlich egal. Es geht darum, unseren Blick auf das Schöne und Positive zu lenken; Glücksmomente nicht unbeachtet vorbei streichen zu lassen.
Wir im ÖGZ können die Übung etwas umwandeln und unser Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen, eine große Rückschau zu halten: All das Gute, das in 40 Jahren war bzw. gewachsen ist, staunend und dankbar nochmal anschauen und würdigen. Und dann zuversichtlich in die Zukunft blicken und weiter Leben im ÖGZ und im Stadtteil mitgestalten.

So wünsche ich mir und Ihnen, dass uns das Motto der Fastenaktion – Zuversicht statt Pessimismus – weit über Ostern hinaus begleitet.

Ihre Pastoralreferentin
Sonja Knapp


 



 

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus